Über mich

Markus Rebbert

Es fing damit an, dass ich mir immer mehr Gedanken über die Arbeitswelt machte, in der ich mich den größten Teil meines Tages bewege. Immer wieder erkannte ich, dass sich die „klassischen“ Strukturen in meiner Umwelt, dem Umgang mit neuer Technologie, Methodik, Innovation und Digitalisierung, sich so sehr von meinen Vorstellungen unterschieden, dass ich mich auf die Suche nach Alternativen machte. Fündig wurde ich, natürlich, in der US-amerikanischen Startup-Kultur und -Literatur. Immer wieder stellte ich mir die Fragen, ob und warum das in Europa, speziell in der deutschen Unternehmenskultur so anders ist. Sind US-Amerikaner in guter alter John Wayne-Manier einfach risikofreudiger und explorativer? Liegt es einfach an den Menschen? Wie Flannery O’Connor sagt: „A Good Man Is Hard to Find„?

Was ist aus dem Erfindergeist, speziell in Deutschland à la ‚Made in Germany‘ geworden? Warum kommen die wirklich disruptiven Ideen der Arbeits- und Geschäftswelt, wie agile Methoden, ‚New Work‘, Plattform-Business-Modelle und wirklich neue Technologien heutzutage fast ausschließlich aus den USA und Asien? Und was hat das für Auswirkungen auf den europäischen und speziell dem deutschen Markt und seine Arbeitswelt? – Dieser Blog soll dazu dienen, meine Gedanken (und Meinungen) dazu kund zu tun.

Warum meine ich, auch noch meinen Sermon dazu geben zu müssen?

Dazu muss ich weiter ausholen: Ich wuchs in Bergkamen-Oberaden im Ruhrgebiet auf. Vielen dürfte das Kamener Kreuz eher bekannt sein. Als einer der wenigen Familien im Ort hatten wir mit dem Bergbau (bspw. Haus Aden) zwar rein gar nichts zu tun, aber egal wo man hinschaute, mit wem man befreundet war und sich unterhielt, war es immer wieder ein Thema und man hatte einen Bezugspunkt dazu.

Wenn man heute darauf zurückschaut, kommt es einem vor wie eine völlig andere Zeit, einem längst vergessenen Industriezeitalter, von denen ‚die Alten‘ noch zu erzählen wissen. Der Strukturwandel in der Region ist immer noch in vollem Gange – in manchen Städten sieht man Fortschritte, andere tun sich damit schwer und haben auch jetzt noch große Probleme.

Wie im Ruhrgebiet, einst geprägt von Kohle und Stahl, haben sich auch fast alle anderen Bereiche radikal geändert – als ich mit dem Informatikstudium begann, kam das Internet auf und wurde schnell ein Instrument der fortschreitenden Globalisierung. Für mich tat sich ein riesiger neuer Spielplatz von neuen Technologien und Möglichkeiten auf.

Heute höre ich nur noch Klagen über die vielen Änderungen: Der Onlinehandel frisst die Innenstädte auf, die Elektromobilität kostet Arbeitsplätze in der Automobilindustrie, das Internet tötet die Zeitungen… und dann auch noch die Energiewende! – Warum jammern wir so sehr über Veränderungen? Warum argumentieren wir nur noch mit Risiken, statt auch die Chancen zu sehen? Warum diese Besitzstandswahrung? – Und wenn wir uns dann mal in den Unternehmen auf den Weg machen, um uns den neuen Herausforderungen zu stellen, versuchen wir dies mit den althergebrachten Methoden, die wir schon immer angewendet haben. Nur passen diese eben nicht mehr zum jetzt beginnenden Zeitalter und wir scheitern somit häufig. Wir durchlaufen gerade einen radikalen Kulturwandel, wie es die Menschheit seit dem Beginn des Industriezeitalters nicht mehr erlebt hat. Da will ich mitmachen und die Chance nutzen, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.